Karin Kaiser

Das Drehbuch ist zu Ende. Und jetzt?

Ich schreibe ein Buch über Frauen zwischen Mitte fünfzig und Mitte sechzig. Gerade läuft die Befragung dazu.

An Wörtern für diese Zeit fehlt es nicht: Empty Nest, Wechseljahre, Ruhestandsübergang. Sie benennen alle dasselbe — was vorbei ist. Die Kinder sind weg, die Stelle ist weg oder zermürbend geworden, die Ehe ist zu Ende oder eingeschlafen. Was keines dieser Wörter sagt: was jetzt zu tun ist.

Alles davor hatte ein Drehbuch: von der Ausbildung in den Beruf, vom Beruf in die Familie. Es gab eine nächste Rolle und einen Fahrplan. Die Aufgaben kamen von außen, und verhandelbar war daran nichts.

Irgendwann sind sie erledigt. Und es stellt niemand die nächste.

Die Ratgeber nennen das eine Chance und raten zum ersten Schritt. Der erste Schritt hilft nicht, wenn man nicht weiß, wohin.

Porträtfoto von Karin Kaiser

Ich schreibe dieses Buch nicht, um Antworten zu geben, sondern um Fragen zu stellen. Ich frage andere Frauen, wie es ihnen wirklich geht, und einen Teil von ihnen zwei Jahre später noch einmal.

Ihre Antworten lege ich nebeneinander. Eine Frage kenne ich von mir selbst: Liegt es an mir? Was in den Antworten steht, weiß ich noch nicht. Aber was bei vielen gleich verläuft, liegt nicht an einer Einzelnen.

Die Befragung läuft

Sechzehn Fragen, etwa fünfundzwanzig Minuten. Deine Antworten sind anonym: Ich weiß nicht, wer geantwortet hat, und kann eine Antwort keiner Person zuordnen.

Zur Befragung

Du kennst eine Frau, für die das gilt? Der Link darf weitergegeben werden.

Wenn du nicht antworten, aber mitlesen möchtest: In meinem Verteiler schreibe ich, wie das Buch wächst — was ich in den Antworten finde, woran ich hängen bleibe, was ich verwerfe. Und ich melde mich, wenn es erscheint. Kein Verkauf, keine Werbung, jederzeit abbestellbar.
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